Fachkräftemangel und aussterbende Berufe – neue Möglichkeiten dank Weiterbildung und Umschulung

Weiterbildungen und Umschulungen haben positive Auswirkungen auf die beruflichen Chancen und die Einkommensentwicklung. Dennoch werden die finanziellen Förderungen vom Staat noch immer zu wenig genutzt.
Aktualisiert am 25.07.2023
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Der Fachkräftemangel wird sich laut eines aktuellen Artikels von Merkur.de bis 2026 noch verstärken, wenn die Generation der Babyboomer in den Ruhestand wechselt. Gleichzeitig sorgen die Digitalisierung und neue technische Entwicklungen wie KI-Tools dafür, dass sich viele Berufsbilder ändern und einige sogar ganz aussterben. Wer beruflich nicht den Anschluss verlieren möchte, muss sich anpassen. Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es viele, unter anderem im Bereich Digitalisierung und Software.  

Aber auch Umschulungsmöglichkeiten sollten Berufswechsler nicht außer Acht lassen. Aktuell gelten bereits gut 400 Berufe als sogenannte Engpassberufe. Hier übersteigt die Nachfrage das Angebot. Neben der Kinderbetreuung, der Sozialarbeit und der Alten- und Krankenpflege werden aber auch in vielen anderen Branchen und Berufen händeringend neue Fachkräfte gesucht, wie zum Beispiel in der Softwareentwicklung. Eine Umschulung im Bereich IT kann daher wechselwilligen Arbeitssuchenden neue berufliche Perspektiven bieten. 

Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen und von staatlicher Förderung profitieren

Als Weiterbildung werden verschiedene Formen des Lernens bezeichnet, die darauf abzielen, dass ein Arbeitnehmer neue Fähigkeiten, Kenntnisse und Qualifikationen erwirbt oder vorhandenes Wissen erweitert beziehungsweise aktualisiert. Die Weiterbildung kann neben dem Beruf oder während der Arbeitslosigkeit erfolgen.

Der Staat fördert Arbeitssuchende, die sich weiter qualifizieren wollen, mithilfe des Bildungsgutscheins und dem neuen Weiterbildungsgeld bzw. dem Bürgergeld-Bonus im Rahmen des Bürgergeld-Gesetzes. Hierbei erhalten Arbeitssuchende zusätzlich zum Bürgergeld oder Arbeitslosengeld einen finanziellen Zuschuss, wenn sie eine Weiterbildung machen. Beim Bürgergeld-Bonus erhalten Lernende monatlich 75 € für eine nicht abschlussbezogene Weiterbildung von mindestens acht Wochen. Das Weiterbildungsgeld hingegen wird für eine abschlussbezogene Maßnahme (z.B. eine Umschulung) gezahlt und beträgt 150 € monatlich.

Aber auch Berufstätige und Unternehmen können von einer staatlichen Förderung profitieren. Die berufliche Weiterbildung von mehr als 120 Stunden wird vom Qualifizierungschancengesetz je nach Unternehmensgröße bis zu 100% gefördert. Auch die Lohnfortzahlung wird hierbei vom Staat teilweise oder ganz übernommen.

Bedarf identifizieren und passenden Kurs finden

Studien haben gezeigt, dass eine berufliche Weiterbildung sich positiv auf die Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung auswirkt. Gleichzeitig haben immer weniger Arbeitslose in den letzten Jahren an einer geförderten Maßnahme teilgenommen. Woran liegt das?

Auf Unternehmensseite zeichnet sich ein ähnliches Bild: Firmen, die in die Weiterbildung oder Umschulung ihrer Mitarbeiter investieren, sind langfristig erfolgreicher. Doch viele Unternehmen scheuen immer noch das finanzielle Risiko, weil sie Angst haben, dass die Mitarbeiter:innen abgeworben werden oder sich selbst nach einem neuen Arbeitgeber umsehen könnten. Dabei haben Erfahrungen von Firmen, die in das Upskilling oder Reskilling ihrer Mitarbeitenden investieren gezeigt, dass sich gute Leute so dauerhaft halten lassen.

Das Angebot an Weiterbildungen ist riesig: Von Sprachkursen über Software-Kursen bis hin zu speziellen fachlichen Weiterbildungen oder Aufstiegsfortbildungen. Besonders abschlussorientierte Weiterbildungen helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und das Risiko einer späteren Arbeitslosigkeit zu verringern.

Lassen Sie sich gerne von uns kostenlos und individuell beraten, welche Weiterbildung für Sie geeignet ist.

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Umschulung 2023: Quereinstieg in neue Branchen

Während den meisten die Chancen einer Weiterbildung bekannt sind, sind die Umschulungsmöglichkeiten vielen weniger bewusst. Bei dieser verkürzten Form der Ausbildung erlernen Sie einen komplett neuen Beruf. Sie können dabei zwischen einer Umschulung in Vollzeit, die in der Regel zwei Jahre dauert, oder einer Umschulung in Teilzeit wählen. Am Ende erwerben Umschüler einen begehrten Abschluss von der IHK, der Steuerberaterkammer oder einer anderen Kammer.

Eine IHK Umschulung lässt sich von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter mittels eines Bildungsgutscheins zu 100% fördern. Seit Juli 2023 erhalten Umschüler zusätzlich 150 Euro Weiterbildungsgeld pro Monat.

Neben der Neuorientierung aus gesundheitlichen Gründen erlaubt die Umschulung den Quereinstieg in komplett neue Berufsfelder und Branchen. In Zeiten von Fachkräftemangel und Digitalisierung bietet eine Umschulung daher nicht nur neue Perspektiven, sondern auch langfristig die Chance, beruflich erfolgreich zu sein.

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