Wenn Sie sich weiterbilden möchten, gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung und finanziellen Förderung. Doch was verbirgt sich hinter den einzelnen Fördermaßnahmen? Wer kommt für welche Förderung in Frage? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Und wie und wo kann die Förderung beantragt werden? Diese Fragen möchten wir Ihnen hier kurz beantworten. Weiterführende Informationen finden Sie über die Links, unterhalb der einzelnen Fördermaßnahme.
Ein Bildungsgutschein ist ein staatlicher Gutschein, der einem Arbeitnehmer oder Arbeitssuchenden finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung oder Umschulung gewährt.
Mit dem Bürgergeld, der neuen Grundsicherung für Langzeitarbeitslose, wurden zum 1. Juli 2023 auch finanzielle Anreize für die Fort- und Weiterbildung eingeführt: der Bürgergeldbonus (zum 31.3.2024 wieder abgeschafft) und das Weiterbildungsgeld. Ziel der monatlichen staatlichen Förderung ist die langfristige Integration des Arbeitssuchenden in den Arbeitsmarkt.
Für viele Arbeitssuchende ist der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt eine Herausforderung, der umso schwieriger wird, je länger sie aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind. Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, kurz AVGS, hat der Staat eine Unterstützung geschaffen, die die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt erleichtern soll.
Im Gegensatz zum Bildungsgutschein, mit dem Sie als Arbeitsuchende:r Ihre berufliche Weiterbildung oder Umschulung finanzieren können, wird der AVGS für „Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung“ ausgestellt. Das sind zum Beispiel Coachings oder eine private Arbeitsvermittlung. Es gibt drei Varianten des AVGS, die sich auf unterschiedliche Fördermaßnahmen beziehen: Den AVGS MPAV für eine Maßnahme bei einem privaten Arbeitsvermittler, den AVGS MAT für Maßnahmen zur Beseitigung so genannter Vermittlungshemmnisse und den AVGS MAG für betriebliche Maßnahmen bis zu sechs Wochen bei einem bestimmten Arbeitgeber, in der Regel in Form eines Betriebspraktikums oder einer Probebeschäftigung.
Das Qualifizierungschancengesetz (kurz QCG) ist ein Gesetz, das am 1. Januar 2019 in Deutschland in Kraft getreten ist. Ziel des Gesetzes ist es, Beschäftigte dabei zu unterstützen, ihre beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern, um ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern. Gleichzeitig bietet es Unternehmen die Möglichkeit, engagierte Mitarbeiter:innen aktiv an das Unternehmen zu binden. Im Gegensatz zu anderen Fördermaßnahmen richtet sich das QCG an eine breitere Zielgruppe. Es fördert sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen:
Ist Ihre Erwerbsfähigkeit wegen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung erheblich gefährdet oder gemindert, kann die Deutsche Rentenversicherung Leistungen für Sie erbringen. Ziel ist, Ihre Erwerbsfähigkeit dauerhaft zu sichern oder Sie wieder in das Erwerbsleben einzugliedern. Die Leistungen umfassen ein breites Spektrum von der Finanzierung von Hilfsmitteln oder Qualifizierungsmaßnahmen wie Umschulungen und Fortbildungen, über einen Gründungszuschuss bei Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit bis hin zu Leistungen an den Arbeitgeber zur Unterstützung seiner Beschäftigungsbereitschaft.
Die persönlichen Voraussetzungen haben Sie erfüllt,
Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen haben Sie erfüllt,
Darüber hinaus gibt es Ausschlusskriterien zu beachten, z.B. wenn Sie vergleichbare Leistungen von einem anderen Versicherungsträger erhalten können.
Den Antrag auf Förderung können Sie bequem von zu Hause aus online ausfüllen und einreichen. Oder Sie kontaktieren den Rentenversicherungsträger ihres Bundeslandes für alle weiteren Schritte und Unterlagen.
Das Aufstiegs-BAföG ist eine gesetzlich geregelte finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Grundlage dafür ist das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (kurz AFBG), welches Fach- und Führungskräfte sowie potenzielle Existenzgründer fördern und so den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken soll. Beim Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) handelt es sich um eine Mischung aus einem rückzahlungsfreien Zuschuss und einem Darlehen.
Bei der Weiterbildungsprämie handelt es sich um eine Belohnung in Höhe von insgesamt 2.500,00 € für das erfolgreiche Bestehen der Zwischen- sowie Abschlussprüfung im Rahmen einer Umschulung oder Weiterbildung.
Das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung ermöglicht es jungen Menschen, sich neben dem Beruf weiterzubilden. Das Weiterbildungsstipendium wird vom Bund finanziert und richtet sich speziell an begabte und talentierte Berufseinsteiger:innen, die ihre Berufsausbildung mit sehr guten Noten abgeschlossen haben.
Achtung: Hochschulabsolvent:innen können nicht mit dem Weiterbildungsstipendium gefördert werden.
Bei der sogenannten Fortbildungskosten-Pauschale handelt es sich nicht um eine direkte Förderung für Ihre Weiterbildung, sondern um die Möglichkeit, die Kosten für Ihren Kurs im Nachhinein steuerlich abzusetzen. Dies geschieht im Rahmen Ihrer Steuererklärung über die Werbungskosten. Hier können alle Arbeitnehmer:innen vom Arbeitnehmer-Pauschbetrag profitieren. 2023 lag dieser bei 1.230,00 €.
Hinweis: Als Arbeitnehmer:in erhalten Sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag automatisch jedes Jahr, selbst wenn Sie keine oder nur geringe Werbungskosten im Kalenderjahr steuerlich geltend machen.
Wenn die Kosten für Ihre Weiterbildung nicht oder nur teilweise gefördert wurden, können Sie diese bei Ihrer Lohnsteuererklärung angeben. Wichtig für die Absetzbarkeit Ihrer Fortbildungskosten ist die Art der Maßnahme. Unterschieden wird zwischen einer Ausbildung, einer Fortbildung und einer privaten Weiterbildung.
Unter einer Ausbildung versteht man den Besuch einer allgemeinbildenden Schule, die erste Berufsausbildung oder das Erststudium. Sie können bis zu 6.000,00 € im Kalenderjahr pro Person steuerlich absetzen. Wenn Sie BAföG erhalten, müssen Sie Ihre Ausbildungskosten um diesen Betrag kürzen.
Zu den Fortbildungen zählen Aus- und Weiterbildungen aus beruflichen Gründen nach Abschluss der Erstausbildung oder des Erststudiums wie zum Beispiel Umschulungen, Zweitausbildungen, Zweitstudien oder Fortbildungen sowie andere Kurse zum Erwerb von Zusatzqualifikationen. Einen Höchstbetrag für die steuerliche Absetzbarkeit gibt es nicht. Auch hier müssen Sie staatliche Förderungen oder steuerfreie Zuschüsse Ihres Arbeitgebers von den Kosten abziehen, die Sie steuerlich geltend machen.
Bei einer privaten Weiterbildung hingegen handelt es sich um eine Weiterbildung aus eigenem Interesse und nicht aus beruflichen Gründen. So können Sie beispielsweise einen Englischkurs als Hobby belegen, obwohl Sie diese Kenntnisse beruflich nicht benötigen. Die Kosten für eine berufliche Weiterbildung können leider nicht steuerlich abgesetzt werden.
Wenn Ihre Weiterbildung nicht oder nur teilweise gefördert wurde, können Sie Ihre Kosten in der Steuererklärung angeben. Wo genau Sie die Kosten in der Einkommenssteuererklärung eintragen, richtet sich nach der Art der Maßnahme. Ihre Kosten für die Ausbildung zählen zu den sogenannten Sonderausgaben und werden dort geltend gemacht. Ihre Kosten für eine berufliche Fortbildung hingegen müssen Sie bei den Werbungskosten angeben.
Neben den Kurs- und Prüfungsgebühren können Sie u.a. auch Reisekosten für Fahrten zum Seminarort, Ausgaben für Lehrbücher und weitere sogenannte Nebenkosten steuerlich geltend machen. Bewahren Sie daher alle Belege für Nebenkosten gut auf.
Falls Ihre Werbungskosten unter dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen – 2023 lag dieser bei 1.230,00 € -, müssen Sie die Ausgaben nicht unbedingt in der Einkommenssteuererklärung angeben. Der Pauschbetrag wird automatisch abgezogen.
Mehr Informationen zur Fortbildungskosten-Pauschale.
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